05.10.2026
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Am 28. und 29. September waren wir beim Smart Hospital Excellence Forum von Smart Bridges Healthcare in Frankfurt. Ein Rückblick auf zwei Tage mit Klinikleitungen und IT-Verantwortlichen und auf die Frage, warum Notfallpläne so selten geprobt werden.
Im Vorfeld des Forums haben wir eine Frage gestellt: Wann wurde der Wiederanlauf Ihrer Klinik-IT zuletzt unter realistischen Bedingungen getestet? Wir wollten herausfinden, wie Kliniken damit umgehen. Andreas Braidt und Peter Hartl waren dafür zwei Tage im Radisson Blu in Frankfurt und haben vor allem eines getan: zugehört.
Der Plan existiert. Die Probe fehlt.
In fast allen Gesprächen war klar: Ein Notfallhandbuch gibt es. Regulatorische Vorgaben, Audits und nicht zuletzt die Angriffe auf deutsche Kliniken in den vergangenen Jahren haben dafür gesorgt, dass das Thema in den Geschäftsführungen angekommen ist.
Anders sieht es aus, wenn es um das Testen geht. Ein Wiederanlauf unter echten Bedingungen bedeutet, dass Systeme kontrolliert heruntergefahren werden, während auf den Stationen weiter Patienten versorgt werden. Das Risiko scheuen viele Häuser verständlicherweise. Das Ergebnis ist ein Plan, von dem niemand genau weiß, ob er im Ernstfall trägt.
Dabei muss ein Test nicht gleich der Komplettausfall sein. Man kann einzelne Systeme in Wartungsfenstern wiederherstellen, Abläufe in Tabletop-Übungen durchspielen oder einen Wiederanlauf in einer isolierten Umgebung proben. Wichtig ist, dass überhaupt geübt wird und dass die Ergebnisse in den Plan zurückfließen.
Die Lücke liegt oft zwischen den Organisationen
Der zweite Punkt hat uns als Infrastrukturbetreiber besonders beschäftigt. Viele Notfallpläne regeln sauber, was intern passiert. An der Stelle, an der externe Dienstleister ins Spiel kommen, werden sie dünn.
Wer wird bei einem Ausfall um drei Uhr nachts zuerst informiert? Wer darf beim Dienstleister entscheiden, und wer auf Seiten der Klinik? In welcher Reihenfolge werden Systeme wiederhergestellt, und weiß der Dienstleister, dass das Laborsystem für die Klinik wichtiger ist als das Intranet?
Solche Fragen lassen sich nicht im Ernstfall klären. Sie gehören in Verträge, in Eskalationspläne und vor allem in gemeinsame Übungen. Ein Wiederanlauf, den Klinik-IT und Dienstleister nie zusammen durchgespielt haben, ist im Grunde ungetestet, auch wenn beide Seiten ihren Teil einzeln geprüft haben.
Was das für uns bedeutet
Wir betreiben Infrastruktur für Organisationen, bei denen ein Ausfall unmittelbare Folgen hat. Aus Frankfurt nehmen wir vor allem den Auftrag mit, die Zusammenarbeit im Ernstfall genauso ernst zu nehmen wie die Technik selbst. Konkret heißt das für uns: Zuständigkeiten mit unseren Kunden vorab schriftlich festhalten, Prioritäten für den Wiederanlauf gemeinsam festlegen und Übungen anbieten, die den Klinikbetrieb nicht gefährden.
Danke
Unser Dank geht an Smart Bridges Healthcare für ein Format, das echte Gespräche statt Standbetrieb ermöglicht, und an alle Teilnehmenden, die offen über ihre Erfahrungen gesprochen haben. Wer das Gespräch fortsetzen möchte, erreicht Andreas Braidt direkt über LinkedIn oder über unsere Kontaktseite.
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